UNERZOGEN STELLUNGNAHME – 71 Tage ohne Blogeintrag

Es ist wirklich spannend und auch aufregend, was ich in den letzen 71 Tagen erlebt habe. Aber bevor ich davon ein wenig berichten möchte, wollte ich noch einen anderes Thema zum Abschluss bringen.

Vor einigen Wochen habe ich auf Instagram ein Bild mit Mina gepostet, mit dem Text „unerzogen funktioniert für mich nicht, wir brauchen Formen und Führung„.

Dieser Post hat total viele Reaktionen hervorgebracht, sowohl bei Instagram als auch bei Facebook wurde zahlreich kommentiert. Die, die mich schon länger lesen waren vielleicht etwas verwirrt, wenn nicht sogar entsetzt. Ich habe es bemerkt und einen Blogeintrag dazu versprochen:

Nun, wie kam es zu dieser Aussage. Im meiner intensiven Zeit habe ich mich als Mama wieder gefunden. Mein Bauchgefühl übertönt nun die Kopfgedanken wieder. Vor meiner intensiven Reise habe ich viele viele tolle und wertvolle Bücher gelesen und leider dabei mein Bauchgefühl verloren. Lese ich doch von „Intuition“ und „zurück zum Mutterinstinkt“ habe ich versucht mit meinem Wissen und meinem Verstand Konflikte und Situationen zu lösen. Es war für uns alle sehr anstrengend, wollte ich doch nur eines: ALLES RICHTIG machen.

jasmin-mina-hundewelpe

Für Kunden waren die Ratschläge super, habe ich doch mein Wissen gleich weitergeben können. Von Außen betrachtet sehen Situationen meist klar aus. Die eigenen erscheine dagegen manchmal unlösbar 🙂

Da fliege ich also um die halbe Welt um fern ab von Büchern und Medien zur meiner inneren Kraft zu kommen, um festzustellen, wie einfach ich es doch haben kann. Wenn ich weiß, was für mich okay ist und was ich nicht möchte, dass meine Kinder tun oder lassen, dann funktioniert es auch. 

Daher der Post „unerzogen funktioniert nicht“. Mein Gedanke war auch an die Mainstream-Menschen gerichtet. Die Eltern, die schon eingelesen sind und einiges für sich erfahren wollen, können meist mit dem Begriff UNERZOGEN etwas anfangen, die jedoch, die nichts davon wissen, hören nur UN-ERZOGEN und setzten es vermutlich gleich mit Laissez-faire oder Antiautoritär.

Was bedeutet also der Begriff UNERZOGEN? Ich möchte natürlich nicht an Mina und Arno „ziehen“ oder sie gar in eine Form pressen, wo sie nicht reinpassen. Dennoch möchte ich in meinem kleinen Kosmos „Familie“ Harmonie erleben. Und das funktioniert bei mir nur, wenn wir alle gleich sind und von einander bereit sind zu lernen. Es gibt bei mir also Dinge, die dürfen sie natürlich und ich denke oft über alles nach, ob es nun passt oder eben nicht, und dann gibt es Dinge, die möchte ich auf gar keinen Fall wie z. B. Beißen, Hauen oder Zwicken.

Ich habe neulich einen Blogartikel über die 10 Missverständnisse von UNERZOGEN gelesen. Schon alleine das es einen Blogartikel bedarf, zu erklären was UNERZOGEN NICHT ist, sollte über den Begriff nachdenklich machen. Für mich persönlich trifft es Beziehungsorientiert eher oder einfacher. Für Menschen, die ich in den Beratungen treffe oder die neu auf meinem Blog sind, werden diese Begriffe eher sympathisch erscheinen, als eben UNERZOGEN.

Mit diesem Blogpost möchte ich anregen und nicht dogmatisch sein. Ich fand es spannend zu beobachten, was ein Post für Wellen schlagen kann. Mich würde auch interessieren, ob einige gedacht haben, ich würde meine Inspirationen über Board werfen und nun völlig „streng“ und „Erzieherisch“ wirken wollen. Ich hoffe sehr, du hörst ein bisschen den Sarkasmus heraus, möchte ich doch nur das Thema etwas auflockern. UNERZOGEN ist ein Wort, welches im Kontext für mich unpassend ist, weil der Großteil noch nichts damit anfangen kann.

Die Zeitschrift mit selbigen Namen z. B. lese ich regelmäßig und finde sie spitze, der Begriff ist also schon lange in meiner Gegenwart, nur eben nicht bei allen meinen Lesern.

Schreibe mir bitte deine Gedanken dazu oder stelle mir Fragen, gerne werde ich sie beantworten bzw. bin auf deine Gedanken dazu gespannt.

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Was aber habe ich in der intensiven Medienpause gemacht und wie geht es mit Wohlfühlkinder weiter? Ich möchte nur so viel verraten, der nächste Blogeintrag wird spannend und auch total ehrlich. Die Zukunft steht in den Sternen <3

Alles LIEBE

deine Jasmin

  1. Liebe Jasmin,
    vielleicht etwas spät, aber trotzdem noch ein Kommentar. Ich arbeite als Lerntherapeutin und habe in den letzten Jahren all mein Wissen aus dem Studium anpassen müssen. Auch beim Lernen dürfen Kinder nicht in Schablonen gepresst werden, um sie für das System Schule passend zu machen. Fast alle Lernprobleme lassen sich lösen, wenn Beziehung und Kommunikation stimmen und die Bedürfnisse von Kindern und Eltern berücksichtigt werden. Ich musste erst wieder lernen auf meinen Bauch zu hören, auch wenn das Fachwissen im Hintergrund nicht hinderlich ist, darf es die Intuition nicht übertönen.
    Danke für deinen spannenden Artikel.

    Antworten

    1. Liebe Petra,
      danke für deinen Beitrag zum Thema. Wie spannend deine Erfahrung, und genau um das geht es – denke ich. Die Intuition wahrnehmen und nicht vom Kopf übertönen lassen. Alles Liebe

  2. Liebe Jasmin, danke für Deine Stellungnahme. Ob nun unerzogen oder bedürfnis-/ bindungs-/ oder beziehungsorientiert: lässt sich das denn wirklich immer genau klassifizieren? Klar gibt es da mittlerweile Punkte, an die sich viele Eltern „halten“ und orientieren können, aber ich habe das Gefühl, dass da auch so einiges falsch verstanden wird. Ich finde das schwierig. Ich kenne bewusste unerzogen-Mütter, die bindungs-und bedürfnisorientiert leben und Mütter, die sich von unerzogen distanzieren, bedürfnisorientiert mit ihren Kindern in Beziehung treten und dennoch bewusst nicht er-ziehen. Manche Kinder lieben Regeln und Rituale, weil sie sich liebend gerne daran orientieren- das hat ohne Machtausübung mit Erziehung in meinen Augen nichts zu tun. Im Gegenteil. Dann bist Du halt keine „echte“ unerzogen-Mutter, ich bin es auch nicht – weil ich mich ungern einklassifizieren lasse, genauso wie bei der Ernährung und vielen weiteren Dingen. Allein der Shitstorm bei einer „kleinen falschen“ Aussage lässt mich mittlerweile Abstand halten von derlei Eingruppierungen, weil ich auf Diskussionen um Begrifflichkeiten keine Energie mehr verschwende, sondern diese lieber für meine Kinder einsetze.

    Würde mich freuen, Dich bald mal wiederzusehen irgendwo auf der Welt ?

    Liebe Grüße
    Sabine

    Antworten

    1. Liebe Sabine, danke für deine Gedanke. Du hast meine Gedanken sehr gut zu Wort gebracht, ich fühle es genauso. Oh wie freue ich mich, dich bzw. euch irgendwo irgendwann mal wieder zu sehen. Alles liebe und DANKE

  3. Liebe Jasmin,
    tausend Dank dass du Deine Gedanken und Gefühle mit uns teilst. Sie sind nicht nur sehr interessant für mich sondern regen mich auch oft dazu an über ein Thema nachzudenken und zu reflektieren.

    „Unerzogen“ kenne ich nur in Ansätzen, aber ich möchte nicht wissen wieviele Mütter in unserem Umfeld meine „Erziehungsmethoden“ für halten. Ich habe das Gefühl es sind einige … 😉

    Ich will meine Tochter begleiten und ihr Wege zeigen, damit sie Möglichkeiten kennenlernt mit ihre bewunderswerte Energie und ihren starken Willen zu leben. Bei diesem gemeinsamen Weg, der auch von meiner Kleinen mitbestimmt wird, ist mir Vorleben und Erleben sehr wichtig.

    Schwierig finde ich dabei oft das Umfeld. Ich möchte, um nur ein Beispiel zu nennen, auch dass meine Tochter negative Gefühle erleben darf. Ich glaube,
    sie kann besser verstehen, wenn sie auch erfährt wie es sich anfühlt wenn z. B. einem ein Spielzeug weggenommen wird, wenn man geschupst wird … und lernt durch meine Begleitung dies auch auf sich zu beziehen und ehrlich mitzufühlen und nicht nur zu folgen. Doch meistens greifen die Mütter der „guterzogenen“ Kinder schon ein bevor die Kinder diese o. a. Erfahrung machen können. Und ich fühle mich oft gedrängt auch schon vorsorglich einzugreifen.

    Gesellschaftsfähig fühlt sich für mich oft nur die klassische Erziehung mit vielen Neins, und wenig Freiraum und Verständnis an. Deshalb komme ich mir leider in einigen Bereichen als „Sonderling“ vor. Vielleicht ist es nur meine subjektive Wahrnehmung, da bin ich mir noch nicht ganz schlüssig … aber gerade lerne ich mich damit wohlzufühlen.

    LG Simone

    Antworten

    1. Liebe Simone, vielen Dank für deinen schönen ausführlichen Kommentar. Ich darf oft an euch denken, wie es euch wohl geht? Ich verstehe dich, was du meinst mit gedrängt fühlen, eingreifen zu müssen. Es ist nicht so leicht in der heutigen Zeit, sollten doch die Mütter erkennen, dass jede Mutter oder Familie das Beste für ihr Kind möchte. Die eigene Vorstellung von Perfektion steht uns oft im Weg, neue und vielleicht tolle Idee aufzugreifen und umzusetzen. Ferner denke ich oft, sind Mütter stark gefährdet, schnell in Verteidigung oder eben Rechtfertigung zu geraten – dafür gibt es in meinen Augen keinen Grund. Das ist auch das schöne bei den Artgerecht Treffen, alles ist erlaubt, wir helfen uns gegenseitig. Vor allem, jedes Kind ist einzigartig. Euch alles liebe, vielleicht sehen wir uns mal wieder

  4. Liebe Jasmin, ich verfolge deinen Blog immer gerne, weil er mir immer Alternativen aufzeigt. Und tausend Dank, auch für mich funktioniert Unerzogen nicht. Ich muss mich dabei verstellen, die Kinder merken sofort dass ich nicht mehr authentisch bin.
    Für mich ist nach wie vor „bedürfnisorientiert“ wegweisend und auch ich versuche meine Entscheidungen immer wieder aufs neue zu hinterfragen.
    Liebe Grüße von Rosie

    Antworten

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