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Camping – mit Höhen und Tiefen

Der letzte Blogeintrag ist schon etwas länger her. Der Grund dafür waren mehrere Camping-Urlaube der besonderen Art.

In diesem Artikel möchte ich dich aufmuntern und motivieren campen zu gehen. Völlig egal ob mit Zelt, Campingbus, Wohnmobil oder Wohnwagen. Campen macht richtig Spaß und ist für die Kinder ein Spielparadies.

Wir waren diese Jahr schon vier Mal campen. Unser erstes Ziel war bereits im Mai ein Wildnisfamilien-Camp in Peiting. Mein Mann hat ein super tolles Zelt organisiert und ich war so motiviert mit den Kindern ein Abenteuer zu erleben, dass wir trotz Regen in den Wald gefahren sind. Dort angekommen haben wir uns zuerst am Feuer gewärmt und dann das 18 kg Zelt mit Hilfe von anderen aufgestellt.

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Die erste Nacht war der Horror.

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Feuerstelle im Camp – Mitten im Wald

Wir haben gefroren und es war wirklich wirklich kalt. Bei nur 5 Grad und Regen haben wir uns zur dritt in einen Schlafsack gequetscht, den ich zuvor in einen anderen Schlafsack gesteckt hatte. Wir lagen also in einem Doppel-Schlafsack – zu dritt. Okay, Arno ist noch etwas klein, aber trotzdem war es eng. Aber genau diese Enge haben wir zum Schlafen gebraucht, weil es wirklich SAU-Kalt war.

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Das Wildnis-Camp in Peiting ging von Montag bis Donnerstag und auch wenn der Start mies war, die zweite Nacht haben wir Wollmützen ausgeliehen bekommen, der Mittwoch war sonnig bei 23 Grad und Donnerstag konnte ich ein fast komplett trockenes Zelt einpacken.

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Und für die Kids war es super toll – egal welches Wetter. Mina hat ständig jemand zum Spielen gehabt. Die Erwachsenen waren auch Ansprechpartner und Arno konnte durchgehend Mama-Tanken.

Wir waren die vier Tage dort ohne Verpflichtungen. Lediglich mit Essen zubereiten, Abspülen, Wasser holen und Kinder beaufsichtigen. Und das alles in Gemeinschaft und Zusammen sein. Natürlich war es eine Umstellung von den eigenen vier Wänden, zu keinem Strom und ohne fließend Wasser. Jedoch finde ich solche Erfahrungen sehr spannend und auch bereichernd.

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Ohne fließend Wasser – Komposttoilette

Es war eine schöne Erfahrung und ich hatte sehr inspirierende Gespräche.

Das zweite Campen ging von einem Schulfrei-Festival aus. Welches abgesagt wurde, einige sich dann doch zum gemeinsamen Campen getroffen haben. In Salem am schönen Bodensee.

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Nur diesmal wollte ich nicht mit den Kids in dem rießigen Zelt mit drei Schlafkabinen alleine schlafen. Darum habe ich zwei andere Mütter mit ihren jeweils zwei Kids zu uns eingeladen. Wir kannten uns schon von Treffen in München. Sie waren auch ohne Mann unterwegs, also passte es ganz gut.

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Leider war am Bodensee zur der Zeit heftige Unwetter mit Überschwemmung vorausgesagt. In einer Nacht hat es auch geregnet, als würde es keinen Morgen mehr geben. Aber das Zelt hielt dicht – Wahnsinn. Auch über diese Grenzerfahrung bin ich dankbar. Wenn ich meine Komfortzone verlasse, lerne ich mich und meine Grenzen kennen und damit um zu gehen. Auch hier hatten wir dann mit dem Wetter versöhnliche Tage, so dass wir an einen Badesee konnte, bei ca. 25 Grad.

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Unser dritter Campingausflug – endlich auch mal mit Papa – ging nur von Donnerstag bis Sonntag. Ebenfalls ein Freilerner-Treffen, allerdings am Breitenauer-See. Sehr sehr schöner Campingplatz. Diesmal haben wir uns ein Wohnmobil ausgeliehen, weil wir es mal testen wollten und ich gerne, hätte es wieder regnen sollen, im Trockenen sein wollte. Es waren schöne vier Tage. Die Kids waren von morgens bis abends mit Spielen in der Natur beschäftigt, so dass sogar das Essen unwichtig erschien. Das Wetter war zwar wechselhaft aber auch teilweise sonnig und warm.

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Bloß nicht zeigen, dass es Spaß macht
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Im Wohnmobil kochen – ein Mixer für Smoothies immer dabei
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Unser WoMo – Bob Tamo :-)

So, nun aber zu unserem tollen vierten Camping-Ausflug. Zuerst startete ich mit den Kindern alleine ohne Benny. In unserem „neu gekauften“ alten Wohnmobil „Bob-Tamo“ ging es Richtung Berlin. Wir kamen nach zwei Tagen Fahrt schon wieder im Regen an. Das Wetter testet mich wohl, wie weit meine Komfortzone dehnbar ist 🙂

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Der Plan wie die anderen das Zelt aufzustellen, wurde wegen dem Regen schnell verworfen. Ich habe mich dann doch für das bereits bezogene Bett im Alkoven von Bob entschieden. Zu Beginn war das Coach-Camp – ein spezielles Camp für Artgerecht Coaches. Wir tauschten uns über unsere Beratungserfahrung aus und bekamen wieder neues Input von Nicola Schmidt. Es war spitze, Mina ging am zweiten Tag bereits mit den Männern in den Wald um Holz zu sammeln und Wildkräuter zu pflücken. Während Arno bei mir schlief und stillte konnte ich dem neuen Wissen von Nic lauschen und mitdenken. Es lagen zwei Tage zwischen dem Coach-Camp und dem Basis-Familiencamp. Und so warteten wir auf Benny, damit wir gemeinsam die Tipis beziehen konnten.

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Kurzer Auszug aus der Campbeschreibung: „Wir sprechen in diesem Camp jeden Tag vormittags über die Artgerecht-Themen (Stillen, Tragen, Windelfrei, Schlafen, Leben: Wildnistechniken I – soziale Fähigkeiten I,) die euch bewegen und sind den ganzen Tag draußen. Abends sitzen wir am Lagerfeuer und singen oder lernen Steinzeit-Techniken wie Feuermachen ohne Streichholz, Schüsseln brennen oder Stockbrot rösten ;). Neben Artgerecht-Themen haben wir auch wieder viel Wildniswissen dabei.

Die erste Nacht im Tipi war ganz okay, wir haben uns zu viert unter unser Reise-Mosquitonetz gequetscht. Ich hörte die anderen Babys aus den anderen Tipis weinen und auch unsere Zeltfamilie habe ich durch Schnarchen wahrgenommen. Die zweite Nacht war dann schon besser, denn wir hatte das Innenzelt bzw. eine Innenkabine aus unserem Zelt ins Tipi gebaut. So hatte wir dann mehr Platz.

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Dieses Camp ist wirklich sehr schön aufgebaut. Jeder kann für sich testen, wie sich ein Clan anfühlt. Wie es ist, wenn ich nicht den ganzen Tag zu 100 % der alleinige Ansprechpartner meiner Kinder bin. Wir mussten uns nicht einmal um Essen kümmern, wir wurden von „drei Eichen“ lecker bekocht.

Ich kann nur von mir sprechen und es jedem empfehlen: Geht gemeinsam campen. Es ist eine so bereichernde Erfahrung, die Kinder in der Natur zu erleben. Es ist sehr schön zu beobachten, wie sie abends glücklich im Bett einschlafen. Voll mit Eindrücken und guter Luft.

Es gibt beim Campen so wie so Dinge, mit denen muss ich mich arrangieren. Zu einem ist das das Wetter, welches ich weder ändern noch beeinflussen kann. Ich kann mich darüber aufregen oder freuen, aber ändern kann ich es nicht. Also ist hinnehmen, egal wie es ist, wohl die beste Lösung für mich. Dann noch Dreck, die Kinder spielen im Dreck, ins Zelt tragen sie diesen Dreck und ins Wohnmobil auch. Dafür gibt es dann Decken vorher oder aber eine Dusche. Und alles ist vergänglich. Sprich, wenn mich der Dreck stört, dann sehe ich ihn mir nicht mehr an bzw. kehre oder wasche bei Gelegenheit die Decken.

Mein Resümee  – total empfehlenswert, vor allem für Eltern und Kinder. Ich freue mich schon auf weitere Ausflüge mit unserem Wohnmobil. Meine Packliste wurde von jedem Mal besser. Ich habe z.B. auch nicht auf unsere Stoffwindeln verzichtet. Fürs schnelle Trocknen und auch mal mit der Hand aus waschen eignen sich super Mullwindeln und Überhosen. Klamotten benötigt man meist nur die Hälfte als gedacht und was bei unseren Camping-Trips nie fehlen darf – Essen. Ob nun Energieriegel oder aber Nüsse, für die Kids und uns muss was griffbereit sein. Der Minimalismus reiz mich, denn es hält das Leben einfacher. Wenn ich beim Campen mit wenig zurecht komme, sollte es doch im Alltag zuhause auch gehen.

Hast du diese Jahr schon Urlaub gemacht? Wenn ja, wo? Wäre campen auch etwas für dich? Kannst du dir es vorstellen, mit sehr wenig Equipment zurecht zu kommen, aber noch genug, dass du dich wohlfühlst? Ich freue mich über jeden Kommentar.

Alles liebe,
Eure Jasmin

  1. Wir haben uns ja letztes Jahr ein neues altes Womo gekauft und sind seitdem schon recht oft Campen gewesen.
    Allerdings immer auf Campingplätzen. Wesentlich vereinfacht hat es, dass Leon jetzt endlich Laufen kann.
    Es ist schön dass die Kinder überall sofort Anschluß finden und mich überrascht dass man beim Campen soviel draußen ist, wo man daheim noch dreimal überlegt ob man jetzt wirklich rausgeht.
    Bedingt durch die Enge streiten wir allerdings auch sehr viel, das verläuft sich zuhause eher.
    Draußen essen ist mittlerweile ein Highlight weil jede Menge an Saubermachen wegfällt, was mich zuhause oft wahnsinnig macht.
    Wir bleiben dem Campen im Womo bestimmt noch eine Weile treu, vielleicht stocken wir noch um ein Zelt auf um draussen zu schlafen.
    Danke Jasmin für deine immer wieder anregenden Artikel!
    Lg Rosie

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  2. Lustig dass gerade jetzt einen Artikel zu dem Thema finde… Wir wollen auch campen gehen, insbesondere weil auch mich der Minimalismus reizt und ich sehr gespannt bin wie wir das hinbekommen. Wir freuen uns aber schon sehr darauf.

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