Jasmin stellt eine Tragehilfe für eine Kundin ein

Warum eine Trageberatung sinnvoll ist und Geld kostet

  • Was ist den nun die beste Trageweise für Neugeborene?
  • Das Tragetuch mit der Wickelkreuz oder doch die Kanguru-Bindeweise?
  • Welche Tragehilfe eignet sich ab Geburt? Oder darf man diese erst ab Sitzalter benutzen?
  • Wie lange darf getragen werden und was braucht das Kind zum Anziehen?

All diese Fragen – und noch einige mehr – können während einer Trageberatung besprochen werden. Nur leider ist der Begriff „Trageberater/in“ nicht geschützt und es kann rein theoretisch jeder anbieten und vermitteln. Vielleicht interessiert es dich, warum es mich in den Fingern juckt, und ich einen Blogeintrag dazu schreiben möchte.

Es kommt im Moment häufiger vor, dass ich auf unzufriedene Kunden treffe. Ob nun real oder auch via Facebook in Mami-Gruppen. Mich stört es, wenn die Mütter kein gutes Gefühl nach einer Beratung haben oder noch verunsicherter sind, als vor der Beratung. Aus diesem Grund möchte ich einen Einblick hinter die Kulisse bieten, damit interessierte Mamas, Papas und Familien sehen können, was eine Trageberatung alles ausmacht. Woran ihr eine qualifizierte Trageberatung erkennt und was ihr machen könnt, wenn ihr euch trotzdem nicht gut beraten fühlt.

Wenn ihr also eine Trageberatung machen möchtet, sucht am Besten im Internet, Elternratgebern aus der Region oder fragt eure Hebamme, den Kinderarzt oder vielleicht Freunde und Bekannte die schon Erfahrung gesammelt haben.

Die meisten Kunden kommen mittlerweile auf Grund von Empfehlungen.

Eine persönliche Empfehlung ist natürlich meist das Beste. Wenn ihr also von einer „guten“ Trageberaterin in euere Nähe hört, könnt ihr Kontakt aufnehmen und euch selbst eine Meinung bilden. Die meisten Trageberater/-innen haben auch eine Internetseite, auf der Ihr – im besten Fall – das Equipment und die Qualifikationen sehen könnt.

Wenn dann ein Termin gefunden wurde, gibt es unterschiedliche Formen der Beratung. Zum Einen bei euch zuhause (Hausbesuch), oder bei der Beraterin vor Ort, oder aber auch Web-Konferenz. Ich biete z. B. auch Testpakete mit Tragepuppen mit Anleitungsvideos.

Der Aufbau ist meinst ähnlich, viele Kollegen erklären eine kurze Theorie zu den Gründen, zur Physiologie der Säuglingen und der Optionen. Es werden Wünsche und Vorstellungen abgefragt. Eine ganz individuelle Beratung beinhaltet keine „Pauschallösung“. Nur um ein Beispiel zu nennen: Wenn die Mutter evtl. kein Tuch haben möchte, gibt es viele gute Optionen, auch schon sehr kleine Neugeborene in einer Trage zu tragen. Es geht generell nichts über das Testen. Ich empfehle fast allen Kunden, sich die favorisierte Trage für eine Woche auszuleihen, um Fehlinvestitionen zu vermeiden. Zuhause im Alltag kann man anders testen, als nur eine Stunde mit der Beraterin an der Seite.

Warum eine Beratung Geld kostet?

Einige fragen sich, warum sie für diese Art der Beratung aus eigener Tasche Geld bezahlten sollen? Und warum, wenn sie doch ein Tuch kaufen, die Beratung nicht schon inkludiert ist!?!

Ich möchte kurz darstellen und auch einen Vergleich anbringen und hoffe so, die Frage für alle zu beantworten: Wir Trageberater/-innen machen eine Ausbildung, die Grundausbildung ist der Anfang. Wer möchte, besucht weitere Kurse um sich noch mehr fortzubilden. Diese Ausbildung ist nicht umsonst und kostet Geld. Der Grundkurs z.B. kostet 499,00 € und kommt ganz auf die Trageschule an. Der Aufbaukurs nochmal 400,00 € und die Prüfung noch eimal Extrakosten. Es gibt mittlerweile mehrere Trageschulen in Deutschland (Trageschule Hamburg, Trageschule NRW, Clauwi, Die Trageschule Dresden oder über Didymos – nur um ein paar davon zu nennen) Das Equipment bekommen wir auch nicht geschenkt oder gar von den Herstellern zur Verfügung gestellt. Als ich vor zwei Jahren angefangen haben, gab es noch nicht einmal einmaligen Rabatt auf die „Vorführtragen“. Das heißt, es ist ein hoher Kostenaufwand, um eine breite Fläche an verschiedenen Tragen zeigen zu können (im Schnitt kostet einen Trage zwischen 100 – 150 € á 12-15 Stück). Hinzu kommt noch eine adäquate Haftpflichtversicherung, Buchhaltung (ob nun in Eigenregie oder über ein Steuerbüro), einige Beraterin organisieren extra einen Babysitter/Kinderbetreuung um in Ruhe arbeiten zu können. Dieser Babysitter kostet auch Geld. Also ihr seht hoffentlich schon, dass es erstmal mit erheblichen Kosten verbunden ist, diese Art der Beratung anbieten zu können. Es ist eine Investition von über 2.000,00 €.

Nun zu meinem Beispiel. Die Trageberatung (im Übrigen auch Stoffwindelberatung, Elterncoaching etc.) ist eine Dienstleistung – wie z. B.  auch ein Besuch beim Friseur. Die wenigsten würden auf die Idee kommen, fürs Haare schneiden kein Geld zu bezahlen, oder vielleicht sogar spontan die Cousine oder Freundin mit zu nehmen, um nur kurz dort den Pony schneiden zu lassen. Nein, das würde niemand in Frage stellen  🙂

Heutzutage dreht sich leider nun mal vieles um das Thema Geld, auch wenn ich gerne alle umsonst beraten wollen würde, muss ich auch von etwas leben. Wenn man vorher in etwas investiert um dann sein Wissen weiter zugeben, ist das ein Job. Eine Arbeit, wofür man entlohnt werden möchte.

Der Stundensatz kann variieren, je nach Ausbildungsgrad, Praxiserfahrung, Region und Equipment.

Ich biete nun auch Onlineberatungen an. Wie das geht? Du bekommst gegen Vorab-Kaution ein Testpaket zugeschickt. Enthalten sind Tragetücher, Tragehilfen und auch eine Tragepuppe. Via Mail bekommst du von mir Anleitungsvideos. Ein Live-Caoching ist auch dabei, via Skype oder GoogleHangouts. Welche Vorteile das für dich und mich hat? Der Preis ist fix und wird nicht wie bei der Vor-Ort-Beratung per Stundensatz abgerechnet. Und der größte Vorteil für dich: Du kannst ohne Zeitdruck testen, angepasst an deinen Alltag und deinen Tragling. Egal ob schon in der zweiten Lebenswoche, oder erst ab dem 6.Monat. Profitiere von meiner über zweijährigen Beratungserfahrung. Ich freue mich, auf diesen Weg vielen Eltern in Eigenregie das Tragen näher bringen zu dürfen.

Mich würde es freuen, wenn sich immer mehr Eltern mit dem Thema Tragen auseinander setzen und sich trauen. Ihr könnt nichts falsch machen, die Nähe zu euerem Kind ist das Natürlichste.

Liebe Grüße,
Eure Jasmin

  1. Wenn es das vor 20 Jahren gegeben hätte ,wäre es mir (damals noch )jeden Schilling wert gewesen. Ich hatte eine Trage ,aber sie war nicht so gut und keiner hatte mir damals je erklärt wie das funktioniert. Aber ich wusste damals schon das es nichts schöneres für Kinder gibt…
    Wenn ich wiedermal in Liezen bin komm ich vorbei…Hab zwar keine Babys mehr,aber ich will mir euer schönes Geschäft ansehen.
    Alles Gute
    LG.Sabine aus Wien

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  2. Das stimmt für die Dienstleistung beim Friseur bezahlt mann aber für die Beratung davor die auch sehr lange dauern kann Farbe Schnitt Styling könnte ich hir auf demLand ( Liezen ) nichts verlangen da hätte ich keine Kunden mehr . Perücken Beratung zB mach ich immer in meiner Freizeit da ich da alleine mit der Kundin bin auch Probe Frisuren für Hochzeiten (1Std)sind gratis !! Ich denke das wir Friseure da wirklich kein Beispiel für sie sind Mfg Sonja Ertlschweiger

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    1. Schönen Guten Abend Frau Ertlschweiger,

      erst mal herzlichen Dank für Ihr Feeback.

      Bitte verstehen Sie mein Beispiel bzw. den Vergleich zum Friseurhandwerk nicht falsch. Es ging mir darum aufzuzeigen, dass eine Beratung selbst, ebenso eine Dienstleistung darstellt, wie i.d.F. ein neuer Haarschnitt. Nur mit dem Unterschied, dass man nach einer (Trage-)beratung eben kein phyikalisches Ergebnis hat bzw. sieht – wie z. B. die frisch geschnittenen und gefärbten Haare 🙂

      Selbstverständlich haben Sie sicher auch eine Menge Beratungsleistung, welche Sie Ihren Kunden mitgeben, allerdings zielt diese Beratung auf die „eigentliche“ Dienstleistung ab, den Haarschnitt etc. Es geht ja wohl hoffentlich keiner zu Ihnen, lässt sich zu aktuellen Schnitten, Techniken und Trends beraten und geht dann zum Studio nebenan und lässt sich dort die Haare machen?!? Ich hoffe Sie verstehen auf was ich hinaus will. Sie dürfen hier nicht zwei Dienstleistungen zu einer machen. Eine mögliche „Typ- und Stil Beraterin“ würde sich auch für Ihre Beratung und Empfehlung bezahlen lassen und Sie dann erst zum Friseur und ins Modegeschäft schicken 😉

      Weiter denke ich aber auch, selbstverständlich ist eine gewisse (Grund-, Erst-)beratung als Serviceleistung unerlässlich, allerdings muss jeder für sich entscheiden, was einem seine Kompetenz und Erfahrung wert ist bzw. sein darf! Und das sollte man nicht vom Standort und dem dort anzutreffenden Klientel abhängig machen 😉

      Liebe Grüße!

  3. Ich fand Deine Trageberatung wunderbar und sie war das Geld wert… Ich hatte ein Tuch von meinem ersten Sohn und habe es nicht benützt weil es einfach nicht meins ist. Zuviel Stoff, zuviel Knoten und draussen für mich Ungeduldsmensch unpraktikabel. Als ich mit meinem 3. Sohn schwanger war habe ich spontan einen Trageworkshop bei Jasmin gemacht. Mein erster Eindruck? Bömische Dörfer! Fullbuckle, Halfbuckle, MaiTai, TaiTai – bitte was? Jasmin wusste ziemlich schnell intuitiv was zu uns passen könnte. Nach der Geburt habe ich sie Zuhause besucht – und es blieb bei einem Hulfbuckle ? Für mich hat sich die Investition gelohnt. Besser als sich für teuer Geld die falsche Trage zu kaufen die dann in der Ecke liegt… Man glaubt nicht wie unterschiedlich sich die Tragen doch anfühlen beim tragen auch wenn sie erstmal alle ähnlich scheinen. Danke für Deine tolle Arbeit und liebe Geduld!

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    1. Liebe Denise,
      vielen lieben Dank für dein Feedback. Es ist in der Tat wie Schuhe kaufen 😉 Dir weiterhin alles Liebe

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