Was isst du so?

Ernährst du dich onmivor, vegetarisch, vegan, rohköstlich oder vielleicht paleomäßig? Du verstehst nur die Hälfte der Begriffe und denkst dir, du isst eben „ganz normal“? Dann möchte ich dich gerne auf eine kleine Ernährungsreise einladen. Ich werde kurz die Begriffe erklären, und was das Thema Ernährung nun mit Wohlfühlkinder zu tun hat.

Es sind mehrere Gründe, warum ich dieses Thema aufgreifen möchte. Zum Einen beschäftige ich mich wirklich schon sehr lange mit unserer Ernährung, angefangen in der Realschule. Dort hatte ich als Hauptwahlfach „Haushalt und Ernährung“. Die leckeren Rezepte und der bewusste Umgang mit Speisen haben mir gut gefallen. Während die anderen malten, Französisch lernten oder Rechnungswesen hatten, haben wir uns aufs „Essen“ konzentriert. Die Zubereitung und die Kenntnis der jeweiligen Inhaltsstoffe haben mich fasziniert. In der Natur finden wir perfekte Mischungen von Nährstoffen (Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett) und von den wichtigen Wirkstoffe (Vitamine und Mineralstoffe).

Zum Anderen berufsbedingt. In der Ausbildung zur Krankenschwester haben wir nicht nur die Organe und deren evtl. Krankenheiten gelernt, sondern auch die Physiologie. Wie die Verdauung funktioniert. Das lang gekautes Brot im Mund süß wird, weil das Enzym Amylase im Speichel bereits die Kohlenhydrate aufspaltet. Dagegen wird Eiweiß erst im Magen mit Hilfe von Proteasen gespalten.

Es begleitet mich also schon über 13 Jahren und ich bin immer noch nicht am Ende meiner Ernährungsreise angekommen. Ich experimentiere immer noch und finde überall wieder neues Input.

Seit ich nun Mama bin und nicht mehr nur für meinen Körper Verantwortung trage, sondern bereits durch die Schwangerschaft Einfluss auf ein anderes Lebenwesen nehme, setze ich mich noch intensiver mit dem Thema auseinander. Nicht nur, dass wir Eltern für die Ernährung unserer Kinder zuständig sind, wir leben vor und prägen unsere Kinder dadurch.

Dazu möchte ich hier kurz zitieren:

Das Erlernen des Ernährungsverhaltens beginnt im Mutterleib, wird fortgeführt in der Stillzeit, der Beikost und dann in einer gesundheitsförderlichen Ernährungserziehung. In allen Bereichen sind die Eltern und die übrigen Erziehungberechtigten hauptverantwortlich. Gerade die ersten drei Jahre, von der 13. Schwangerschaftswoche an, prägen hauptsächlich das Ernährungsverhalten. Zwar kann man später zeitweilig über das Ernährungsverhalten seiner Kinder verzweifeln, das sich durch ihre Autonomiebestrebungen anders gestaltet als gewünscht. Doch wenn wir früh genug die richtige Saat gesät haben, können wir sicher sein, dass wir später reichlich ernten können.

Quelle: UGB-Forum 2/13, S. 89-92

Genau aus diesem Grund ist es mir persönlich ein Bedürfnis, heraus zu finden, was die richtige Ernährung für uns ist. Für uns persönlich. Wir in Europa haben das Glück, jederzeit sämtliche Lebensmittel zu bekommen. Ob es nun einen Ananas, Mango oder Banane ist – obwohl es hier nicht wächst. Oder aber täglich 1kg Hackfleisch – völlig egal, in Deutschland ist alles jederzeit reichlich verfügbar und teilweise sehr günstig.

Manchmal wünschte ich mir, ich hätte nicht die Auswahl

Sieht man sich z.B. die Inuit (Eskimos) an, welche sich fast ausschließlich von rohem Fleisch (z.B. Wal, Robbe und Fische) ernährt haben. Sie hatten kein Zugang zu Obst und Gemüse, hatte aber auch keinen Vitaminmangel nachgewiesen bekommen. Die Urvölker bzw. Völkerstämme dieser Erde haben ihre Ernährung ihrer Umgebung angepasst. Unser Körper ist also perfekt ausgestattet, sich zu adaptieren und sich an die Lebensumstände anzupassen. Vor allem aber auch, was gut und was nicht gut für uns ist.

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Sehe ich mich jedoch heute im Supermarkt um, werde ich täglich getäuscht und geblendet. Die Lebensmittelindustrie möchte möglichst ihr Produkt verkaufen. Mit Schriftzügen die Vitamine versprechen, sogar in Kindergummibärchen oder aber zuckerfreie Marmelade, wo nur eine andere industrielle Zuckerform enthalten ist. Wir Europäer haben es sehr schwer, eine für uns richtige, gesunde und ausgewogene Ernährung entwickeln zu können. Mal abgesehen vom heutigen Zeitmangel und Stress, welcher oftmals fürs „schnelle“ Essen verantwortlich ist. Wenn wir uns überhaupt nicht damit auseinandersetzten und den großen Konzernen Glauben schenken, werden Volkskrankheiten wie Diabetes, Adipositas und sogar Depressionen immer mehr zunehmen.

So habe ich also nach gesehen, was zur Zeit die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.) empfiehlt. Schon in der Schule haben wir für die Prüfung die Ernährungspyramide gelernt.

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DGE-Ernährungskreis® Copyright: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V., Bonn

Jetzt ernähre ich mich aber schon seit meinem 14. Lebensjahr vegetarisch. (Es war mal ein Rückfall, als eine Ernährungsexpertin meinte, mir fehle etwas, ich müsse Pute und Huhn essen) Ich esse also schon sehr lange kein klassisches Fleisch mehr. Für mich persönlich passt also der Ernährungskreis nicht, denn ich muss die Nr. 5 ersetzen.

Weiter auf meiner Recherche über Ernährungsformen bin ich dann auf die Ausdrücke gestoßen, die du zu Beginn des Eintrags gelesen hast. Omnivor z.B. heißt Allesfresser, vegetarisch ist klar und auch nicht mehr exotisch. Im Gegenteil, es ist sogar bekannt, dass man sich gesund und ausgewogen ohne Wirkstoffmangel vegetarisch ernähren kann.

Vegan – mein neues Hobby

Die vegane Ernährung war für mich früher nicht vorstellbar, da ich gerne Eier in den Pfannkuchen, Butter auf einem Brot oder Milch im Müsli hatte. Eine langjährige Freundin ernährt sich schon länger vegan und ich hatte Lust darauf, mich einzulesen. Unser persönlicher Faktencheck, warum wir nun auch auf tierische Produkte weitestgehend verzichten:

  • Aus Umweltgründen: der Metangas-Ausstoß von den Rinderfarmen ist prozentual viel schlimmer als die CO2-Ausstoßung
  • Die Produktion von Fleisch benötigt mehr Ressourcen, als die, um alle Menschen vor dem Hunger zu bewahren
  • Um Futter für die Masttiere her zu stellen, wird sehr viel Regenwald gerodet, um dort genmanipulierten Soja anzubauen
  • Wir unterstützen keine Massentierhaltung – und die damit verbunden Tierqualen
  • Wir benötigen keine tierischen Produkte für eine gesunde Ernährung, wenn wir Vitamin B12 supplementieren

Hier ein kurzes aussagekräftiges Video.

Und nein, ich möchte keines Falls über unsere Ernährungsweise diskutieren oder aber jemand anderen bekehren. Das ist nicht meine Aufgabe. Wie ich bereits oben beschrieben habe, sehe ich hauptsächlich meine Verantwortung unseren Kindern gegenüber.

Neben unserer veganen Ernährung verzichten wir nun auch auf Zucker. Warum, fragst du dich vielleicht? Wie soll das gehen, wo doch fast überall Zucker enthalten ist und man sogar unterwegs mit Kind immer etwas geschenkt bekommt. Egal ob beim Kinderarzt oder Apotheke, ein Traubenzucker hier einen kleine Gummibärchenpackung da. Natürlich mögen Kinder Süßes, dass ist von Natur aus so angelegt. Jedoch ist damit eher die natürliche Süße von Obst gemeint.

Hier könnt ihr – wenn es euch interessiert – genauer nachlesen, warum Zucker wirklich schädlich ist und was in unserem Körper damit passiert: Zucker ist Gift – Zentrum der Gesundheit.

On Topic kommt nun die Rohkost. Ja genau, richtig gelesen. Nun wage ich mich auch an die Rohkost. Es erscheint mir nur zu logisch, wenn der menschliche Körper bei über 42 Grad kaputt gehen kann, dass es für unsere Nahrung auch nicht sinnvoll sein kann, wenn wir es über 100-180 Grad erhitzen. Es ist in Studien nachgewiesen, dass durch das Erhitzen die Struktur verändert wird.

Für diesen „krassen“ Wandel ist mit unter mein Körper verantwortlich. Letztes Jahr hatte ich zunehmend Magenprobleme. Ich hatte morgens nach dem Frühstück mit Übelkeit zu kämpfen, Mittags Bauchschmerzen und tagsüber oft Blähungen und einen „dicken“ Bauch. Ich wusste, dass ich etwas nicht vertragen würde und habe immer mehr ersetzt und ausgetauscht.

Nun geht es mir immer ein Stück besser. Arno ist noch einmal mehr ein Grund, warum ich mich noch intensiver damit beschäftige. Er reagiert sehr empfindlich mit seiner Verdauung und auch seine Lungengesundheit hängt mit dem Darm zusammen. Mina reagiertet extrem auf „Überzuckerung“ und ist nun viel ausgeglichener und weniger launisch. Mein Magen und Darm darf sich jetzt im Moment durch eine Darmkur erholen. Denn ja, ich habe früher auch Gummibärchen, Schokolade und bei McDonald gegessen und Alkohol getrunken. Doch jetzt nicht mehr, weil ich für mich weiß, dass es nicht gut für meinen Körper ist, und ich habe nur diesen einen.

Durch die Kur wird nun mein Darm komplett gereinigt, von allen bisher gegessenen zurück geblieben Stoffen. Du bist unsicher, ob du auch einmal ne Darmkur machen solltest? Du kannst ganz einfach testen: Schluck vor dem Essen mit ein bisschen Wasser eine Handvoll Sonnenblumenkerne. Wenn Sie innerhalb 10 Stunden wieder raus kommen, funktioniert deine Darmperistaltik wunderbar. Sollte es länger als 48 h drin bleiben, unbedingt über eine Kur nach denken. Ich mach im Moment- trotz Stillzeit- eine mit Heilerde und Flohsamenschalen.

Ich freue mich schon auf mein neues Rezeptbuch: vegane Rohkost, Zucker- und Glutenfrei.

Zur Ergänzung: Paleo ist eine ursprüngliche Ernährungsform, wie einst Jäger und Sammler. Fällt für mich leider aus, außer wir leben wieder einmal in der Wildnis. Dann werde ich auch ein von Benny gefangenes Wildschwein essen ?

Wie ernährst du dich?
Bist du zufrieden damit und geht es dir gut?

Ich freue mich auf euer Feedback!

Liebe Grüße,
Eure Jasmin

  1. Schön geschrieben. Interessant wären auch deine Erfahrungen beim Thema Rohkost mit deinem Sprössling. Wir haben nämlich ganz gute damit gemacht, kannst du auch bei uns auf der Seite nachlesen.
    Wobei auch bei Rohkost Einiges beachtet werden muss, v.a. wenn man die Kids auch mit einem hohen Anteil an Rohkost ernährt. Aber alles ist besser als diese tierische, verkleisterte Fertignahrung. 😉 Da sind wir uns wohl einig.

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  2. Ganz so einfach, wie Du es darstellst, ist es mit der veganen Ernährung nicht. Nicht nur Vitamin B12 wird in zu geringen Mengen verzehrt, auch etliche Proteine, wichtige Fettsäuren und unentbehrliche Aminosäuren, fallen durch das weg lassen tierischer Produkte weg. Diese kann man aber nicht einfach mit einem Präparat supplementieren. Man muss sich schon sehr genau mit der Nährwertzusammensetzung der pflanzlichen Nahrung auskennen, um die für die Energiegewinnung notwendige Zufuhr an Proteinen zu gewährleisten, ganz zu schweigen von dem erhöhten Bedarf bestimmter unentbehrlicher Aminosäuren z.B. bei Kindern im Wachstum. Da müssten z.B. große Mengen Getreide gegessen werden, was wiederum auch die Aufnahme von Kohlenhydraten steigert, welche, wenn nicht zur Energiegewinnung verbraucht, einlagert werden.
    Es gibt übrigens einige Nahrungsmittel, die erhitzt werden müssen, um überhaupt geniessbar bzw. verwertbar zu werden, wie z.B. Kartoffeln. Wenn Rohkost bedeutet, nichts darf erhitzt werden, fallen wiederum etliche Nährstofflieferanten weg.
    Übrigens hat die vegane Ernährung keine Vorteile gegenüber einer pflanzlich betonten Ernährung mit einem geringen Fleisch- und Fischanteil.

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    1. Hallo Ilaina, ich wollte die vegane Ernährung nicht „einfach“ rüber bringen. Aus Erfahrung im Gespräch mit anderen Veganern bzw. Rohköstler habe ich eines festgestellt, die aller meisten wissen über die Inhaltsstoffe der Lebensmittel genau bescheid bzw. lesen sehr viel über Ernährung, um auch genau den von vielen Seiten prophezeiten Mangel zu verhindern.
      Wusstest du, dass Buchweizen alle essentiellen Aminosäuren hat? Und durch den Keimprozess an Hochwertigkeit gewinnt?
      Mich würde deine letzte Aussage noch näher interessieren: Übrigens hat die vegane Ernährung keine Vorteile gegenüber einer pflanzlich betonten Ernährung mit einem geringen Fleisch- und Fischanteil. Ich habe dies doch nicht behauptet, oder? Ich habe auch geschrieben, dass jeder für sich selber entscheiden muss und UNSER Weg nicht der von allen werden soll. Ich traue mir die Ernährungsweise zu, weil ich mir viel Wissen angeeignet habe und wenn ich einen Mangelverdacht haben sollte, wird ein Bluttest es klären können. Noch dazu eine Randbemerkung, ich stelle eine steile These auf, dass viele „Allesesser“ mindestens genauso viele Wirkstoffmängel haben, wenn nicht sogar mehr, als Veganer bzw. Rohköstler. Denn was es im Supermarkt zu kaufen gibt, ist nicht pauschal gut zu verzehren. Die wenigsten ernähren sich Vollwertig. Als Beispiel kann ich die Krankenhauskost nennen, welche für 1200 Patienten als Standard gilt: Morgens eine weiße Semmel und eine Scheibe Graubrot, dazu Butter, Wurst, Käse und Marmelade. Mittags Vollwertkost (Reis/Nudel/Kartoffeln/Gemüse/Fleisch/Fisch) und abends meist Brot, Butter und Aufschnitt. Was ist daran hochwertig? Die wenigsten bestellen Obst dazu oder Mittags einen Salat. Das ist ein guter Querschnitt – wie ich finde. In meinen Augen sind das zu viele verarbeitete Lebensmittel. Zucker schon in der Früh, und nochmal Zucker am Abend. Aber das geht jetzt zu tief. Etwas sehr interessantes habe ich bzgl. veganer Ernährung noch gefunden: http://magento.verlag-systemische-medizin.de/media/leseproben/86401001.pdf Ich freue mich über weiteren Austausch. Alles liebe

  3. Hallo Jasmin, ich mache auch gerde wieder meine Entgiftung- Entschlackungs- Kur , mit dem positiven Effekt der Gewichtsabnahme ?! !
    Der Darm ist eines unserer wichtigsten Organe, ihm wird viel zu wenig Beachtung geschenkt! !
    Darum mache ich nach der intensiven Kur meine tägliche Reinigung und Fülle meinen Körper mit dem richtigen Kraftstoffen die er zum arbeiten benötigt! !
    Wir haben nur eine Gesundheit, Prävention ist so wichtig! !
    Wünsche dir einen schönen Tag
    Und mach weiter so, du hast so tolle Beiträge ?❤
    Lieben Gruss Birgit

    Antworten

    1. Danke für deinen Kommentar Birgit,
      Wir merken im Moment immer mehr, dass wir auf das richtige Essen achten müssen.
      Das gemeine ist, dass unser Körper so ziemlich alles mit macht und bei manchen erst sehr spät Anzeichen kommen, dass etwas nicht stimmt.
      Liebe Grüße

  4. Ich würde gerne mehr über die Darmsanierung erfahren. Wie viel Heilerde und Flohsamenschalen nimmst du täglich zu dir und woher beziehst du diese?

    Liebe Grüße
    Sabrina

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