Deutsch als Fremdsprache

In der Schule zählten die sprachlichen Fächer nicht zu meine Stärken. Mir wurde immer mit einem „befriedigend“ vermittelt, dass ich Deutsch und Englisch wohl nie „gut“ beherrschen werde. Egal in welcher Klasse ich mich befand. Ob nun Aufsätze, Textzusammenfassungen oder Erörterungen. Es war immer nur befriedigend.

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Einzig und allein die Referate über meine Themen waren gut, oder sogar sehr gut. Heute ist mir auch klar, warum. Es waren meine ausgesuchten Themen, die mich wirklich interessierten. Der Hirnforscher Gerald Hüther hat zum Thema Begeisterung einen aufschlussreichen Text geschrieben, denn ihr hier lesen könnt.

Da erinnere ich mich z.B. an das Referat in der siebten Klasse über den Beruf Hebamme. Ich wusste schon sehr früh, etwa im Alter von sieben Jahren, dass ich dieses Beruf erlernen möchte. Ich suchte also in der Schule dieses Referatsthema aus – gelenkt von meiner Neugierde bzw. meiner Leidenschaft zu diesem spannenden Beruf.
Für das Referat saugte ich alles was ich zum Thema finden konnte wie ein Schwamm auf. Das Referat war dann eine perfekte Mischung aus einem geschichtlichen Rückblick mit der „Hexenverbrennung“ und über die fortlaufende Entwicklung mit immer mehr Geräten und Technik. Meine Erinnerung an dieses Referst sind sehr präsent und ich weiß noch haargenau wie die Folie für den Overheadprojektor aussah. Dafür bekam ich eine EINS.

Manchmal jedoch hatte ich das Gefühl, einige Lehrer möchte keine eins, oder zwei geben, weil ich die Jahre vorher in Deutsch immer ne drei bekommen hatte.

Mir fiel es auch in der Tat schwer, Deutsch zu lernen. Ich bin auf einem kleinen Dorf aufgewachsen und wir haben einen Dialekt gesprochen. (Ich spreche ihn noch immer, aber nicht mehr so schtark :-))

Der Augschburger schpricht gerne alles mit „sch“. Ich wurde in diese Sprache geboren. Ich war es also gewohnt im Dialekt zu sprechen, gewöhnte mich aber natürlich an die Hochdeutsche Schrift. Der Satzbau fiel bzw. fehlt mir oftmals noch schwer.
Die Lehrer brachten uns den Unterschied zwischen Nomen und Adjektiven bei. Was der Dativ und Genitiv ist. Aber meine Schriftsprache war trotzdem immer nur „befriedigend“.

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Ich habe mir wirklich Mühe gegeben, denn mein Ziel war es, im Realschulabschluss ein „gut“ in meiner Muttersprache stehen zu haben.
Ich las einiges und übte zuhause das Schreiben. Doch leider hat es wenig gebracht und ich hatte letztendlich mit einem Schnitt von 2,57 eine Drei im Zeugnis stehen.

Aber ich schweife ab. Was ich versuche zu verdeutlichen, mir wurde in der Schule meine Lust zu lesen und zu schreiben genommen.

Ich war immer nur befriedigend. Und wer will das schon sein?!

Jetzt wage ich mich trotzdem an einen Blog. Obwohl ich doch immer nur befriedigend in dem Schulfach Deutsch war. Meine Rechtschreibung und der Satzbau sind noch immer nicht zu 100% richtig, dafür entschuldige ich mich bei meinen Lesern.
Ich versuche nun beim Schreiben über meine Gedanken und über „meine Themen“ immer besser zu werden.

Das Sprechen in den Beratungen fällt mir leicht, da es um meine Leidenschaften geht. Und da ich oftmals immer das Gleiche erzählen darf, möchte ich auf diesem Blog mein Wissen und meinen Erfahrungen teilen.

Ist es nicht auch so, dass dem Gegenüber, dem Leser zum einen die Schreibart und zum anderen der Inhalt gefallen muss? Ist das nicht wieder eine individuelle Sache?

Ich freue mich jedenfalls mit meine Worten Menschen zu erreichen und freue mich umso mehr über MEINE Themen zu schreiben:
Schwangerschaft, Geburt, Stillen, Tragen, Familienbett und artgerechte Beziehung. Aber auch über zB Hauskauf, Sanierung und Konsum. Konsumverweigerung, Minimalismus und über Ernährung. Veganismus mit Kleinkinder und Umweltschutz. Ich habe den Hang gegen den Strom zu schwimmen und Fragen an die Gesellschaft zu stellen, die nicht jeder stellt. Ich stelle vor allem immer wieder mir selber die Frage über meine Gewohnheiten und hinterfrage den Sinn.

Geht es euch auch so? Gibt es Themen die euch brennend interessieren und ihr dazu mehr Infos von mir möchtet?

Danke fürs Lesen,
Eure Jasmin

  1. „Schwangerschaft, Geburt, Stillen, Tragen, Familienbett und artgerechte Beziehung. Aber auch über zB Hauskauf, Sanierung und Konsum. Konsumverweigerung, Minimalismus und über Ernährung. Veganismus mit Kleinkinder und Umweltschutz. Ich habe den Hang gegen den Strom zu schwimmen und Fragen an die Gesellschaft zu stellen, die nicht jeder stellt. Ich stelle vor allem immer wieder mir selber die Frage über meine Gewohnheiten und hinterfrage den Sinn.“
    Unterschreibe ich jetzt mal so – hätte von mir sein können!

    Deine Gedanken zum Thema Schule sind interessant, Hüther (ich finde ihn ja klasse) bringt dazu so viele Sachen. Schule müsste und könnte (und kann ja auch schon mancherorts) anders laufen, so würde es viel weniger unglückliche Schüler geben.

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  2. Gerade in Deutsch wird ja bedauerlicherweise auch oft mitbewertet, ob man den Tenor des Lehrers widergibt oder es wagt selbstständig zu denken und zu interpretieren. Ich finde bedauerlich, dass es da keine Möglichkeit abzuwägen gibt. Manche können super formulieren, sind aber generell leidenschaftslos und reden allen nach dem Mund. Andere können sich nicht so gut ausdrücken, sind aber mit Leidenschaft bei der Sache. Da muss eine Balance gefunden werden, finde ich. Und letztendlich macht es die Übung, die die Sprache schult. Und üben lässt es sich leichter mit Themen, die einen begeistern. Sollte man in der Schule vielleicht auch mal anfangen zu berücksichtigen.
    (Übrigens, das Augschburgerisch hört man sich auch als Zugezogene schnell an 😉 ).

    Meine Themen sind Achtsamkeit im Lebensalltag und der Erziehung, sowie Ernährung. Beides hängt in meinen Augen auch zusammen.

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    1. Danke für deinen Kommentar. Das finde ich auch und sollte berücksichtigt werden. LG

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