Besinnliche Weihnachtszeit: Ohne Plätzchen backen, dafür mit Palmen

Morgen ist Heiligabend. Dieses Jahr ist für mich die Vorweihnachtszeit, die Besinnlichste, die ich bis jetzt erlebt habe. Unter Palmen, fernab vom Geschenke kaufen = Konsumwahn und dem Stress vom Plätzchen backen und Haus dekorieren.

imageArno musste seine Fans letzte Woche im Treehouse in Koh Samui verlassen denn wir sind mit dem Schnellboot in 30 Minuten auf die Nachbarinsel Koh Phangan gereist. Unser neues Resort ist im Norden der Insel und wirklich schön, sauber und hat vor allem einen Pool, worüber sich Mina sehr freut. Den Tipp für dieses Resort haben wir von einer deutschen Familie erhalten, welche wir hier treffen wollten und bereits über  Facebook Kontakt hatten.image Schon in Deutschland habe ich via Facebook über einige Gruppen von Familien gelesen, welche auch in die Sonne fliegen und habe diese angeschrieben und gefragt, wo sie sich aufhalten und habe geschaut, ob sich unsere Wege kreuzen. Ich wollte für Mina und Arno sicher gehen, wenn mit mir etwas sein sollte, dass jemand in der Nähe ist.

Unser Resort liegt nicht gerade Fussmarsch-günstig zur nächsten kleineren City. Wir sind hier ziemlich abgeschirmt und brauchten dringend einen fahrbaren Untersatz.

So haben wir also kurzerhand einen Motorroller geliehen.

Damit können wir überall hin und sind mobil und flexibel in unserer Alltagsgestaltung.2015-12-18 15.18.46 Die liebe Familie Horlacher von fitforfamily.net hat uns am ersten Tag mit dem Roller einige leckere Restaurants und schönen Strände gezeigt. Das Roller cruisen macht Mina super viel Spass und wir genießen gemeinsam den warmen Fahrtwind. Die Kinder verstehen sich nach den ersten Tagen wirklich gut. imageInzwischen sind wir vier deutsche Familien mit ähnlichen Interessen und machen die Insel unsicher. Kinder sind es in der Summe neun und alle haben sich in ihrer Gruppenrolle gefunden. Es macht mir wirklich sehr viel Freude, die Kinder so entspannt und ausgeglichen zu erleben. Wir sind einfach den ganzen Tag  draußen und geniessen das Leben.

2015-12-21 22.01.23Aber ich würde gerne einen Tag ausführlicher erzählen, denn nicht immer scheint die Sonne im Paradies. Der Tag heute war verhältnismässig anstrengend, da es nach dem Mittagessen einen Monsunregen gab, der nicht aufhören wollte. Wir sind also noch etwas im Lieblingsrestaurant verweilt – dort gibt es Gerichte ab fünfzig Baht (1,40 EUR) und haben gewartet, dass es eine Regenpause gibt, damit wir ins fünf Minuten entfernte vegane Restaurant Orion fahren konnten, um dort köstliche Kuchen und Schokopudding zu essen.

Da starten wir also alle unsere Roller und machen uns auf, keine zehn Sekunden später regnete es was das Zeug hielt. Wir hätten nur noch ein Duschgel gebraucht, denn Wasser gab es mehr als genug von oben. Mina weinte also auf meinem Rücken. Sie hatte heute eh kein guten Tag, weil sie auch noch müde war und Arno vorne in der Trage brüllte, so laut er konnte. Unsere kleiner Sonnenschein hatte die letzten zwei Tage Zahnungsfieber, denn der vierte Zahn oben kommt nun durch. Nun ja, am Orion durchnässt angekommen, abgetrocknet und neu angezogen haben wir alle unsere Süssspeise genossen. Schokolade für die Seele.

Leider musste wir natürlich irgendwann zurück zum Resort. Allerdings sah der Himmel nicht weniger nach Regen aus. Wir überlegte also, wann nun wieder der richtige Zeitpunkt für die Fahrt gekommen war. Ich hatte mich schon damit arrangiert durchnässt anzukommen. Wir sind nun mal in den Tropen und es waren keine fünf Grad Minus, sondern 24 Grad Plus.

Alle wieder auf die Roller, nur diesmal war ich schon vorbereiteter. Arno in der Trage vorne, Mina im Sling auf meinen Rücken und über beide jeweils ein Handtuch. Sie waren also komplett eingepackt, nicht mal ein Füsschen schaute raus.

Die Fahrt war für mich allerdings sehr anstrengend, da die Strassen sehr unterspült waren, einige Sandstellen und bekannte Schlaglöcher hatten. Meine beiden Hauptprobleme: Arno biss mir immer zu auf den Nippel (ja, ich habe ihn während dem Roller fahren in der Trage gestillt, wie eigentlich immer :-)) und mir wurde durch den Regen und Fahrwind sehr kalt, so dass mir das Lenken und Bremsen zunehmend schwerer gefallen ist.

Und Mina? Sie ist einfach eingeschlafen! Eingekuschelt im Sling und im Handtuch.

Ich ausgekühlt und die Kids trocken, sind wir alle wohlauf im Resort angekommen. Wir haben alle gemeinsam heiss geduscht und über diesen Tag gelacht, Mina meinte dann ganz süss:

„Was für ein schöner Tag.“

Ich bin so dankbar für diese intensive Zeit mit den Kindern, mit dem Wetter und den Familien, die ich kennen lernen durfte. Durch diese Auszeit habe ich wieder zu mir selbst gefunden, erkannt was für mich wichtig ist und was ich mir für unser Leben wünsche. Und ist das nicht auch passend zu Vorweihnachtszeit?

imageAm Freitag geht es nun „leider“ schon zurück. Als wir noch in Koh Samui waren, hatte Mina starke Sehnsucht nach ihrem Papa, was für mich verständlich ist und auch schon in Deutschland so war. Dazu kam noch, dass mein Vater ins Krankenhaus kam und Diabetes diagnostiziert wurde und meine Mama an der Hand operierte wurde. Alles Faktoren, die die frühere Heimreise veranlasst haben. Am Freitagabend steigen wir also wieder in den Flieger nach Hause.

2015-12-19 13.06.51Nach fast vier Wochen Abenteuer, sind wir jetzt so richtig in Thailand angekommen. Auch Mina ist nun richtig hier. Sie hat eine Gleichgesinnte gefunden und freut sich jeden Tag auf das Spielen und das gemeinsame Roller fahren. Jedoch sind wir nunmal nicht komplett. Der Papa fehlt. Wir würden es auf jeden Fall wieder machen und freue mich jetzt noch auf die letzten schönen Tage hier. Euch allen wünsche ich von Herzen ein schönes Weihnachtsfest, dass ihr es so verbringt, wie ihr es euch vorstellt und es euch allen gut geht!

Liebe Grüße,
Eure Jasmin

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