Anreise Thailand: Vergleichbar mit einer Schwangerschaft mit Geburt

Die erste Hürde mussten wir schon nach der Verabschiedung vom Papa nehmen, als ich dem Polizisten unsere drei Pässe zeigte. Das Visum für Thailand war bereits eingetragen und er fragte, wo denn der  Vater der Kinder sei? Er könne uns nur mit Bauchschmerzen durch lassen, wenn er nichts schriftliches von ihm hat. Nur Benny war schon auf dem Weg zum Auto, ich wollte ihn anrufen, aber es war zu spät.

Nach tiefen Augenkontakt und weiteren Fragen zu den genauen Reiseplänen und warum überhaupt ohne den Papa, hat er uns dann doch durch gelassen. Puh, dass hatte ich nicht erwartet, da Benny für das Visum mit Passkopie und Unterschrift die Ausreise ja bestätigt hatte.

Nach kurzem Warten am Gate dürfen wir einsteigen, die Kids sind natürlich aufgeregt und freuen sich aufs Fliegen. (Qatar Airways)

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Der erste Flug war wirklich super! Gutes Essen, kindgerechter Sitzplatz in der ersten Reihe – was für eine Beinfreiheit – und natürlich Unterhaltung für Mina. Sie durfte die Eiskönigin gucken. Arno hat gespielt, gestillt und geschlafen.

Zwischenlandung in Doha, es hieß umsteigen und Zeit vertreiben – aber nur zwei Stunden. Der Flughafen ist riesig und ich habe gleich unser Gate rausgesucht. Mina musste Pipi und Arno wollte spielen.

imageNach der Enge im Flugzeug kam uns eine Spielecke gerade entgegen. Mit der Zeit sind auch immer mehr Kinder dazu gestoßen und es war schön, meine Kids zu beobachten. Sie haben einfach keine Sprachbarriere. Sie spielen mit allen Kinder gleichermaßen und teilen sogar ihre Reiswaffel. Wir müssen zum Boarding und gehen zum Gate. Der nette Mann schickt uns aber wo anders hin, weil wir leider falsch sind. So ein Mist, dachte ich mir und bin losgespurtet. Arno hatte Spaß in seiner Trage so geschaukelt zu werden, Mina ist einfach mit losgerannt und fand es auch lustig. Richtig angekommen dürfen wir „priority“ einchecken und warten auf den Einstieg.

Ganz nett war hier, eine junge Frau sprach mich an,

wir seien in der selben Facebook Gruppe und sie hätte mein Blogeintrag gelesen.

Ob ich die Jasmin sei 🙂 Bin auch sehr auffällig mit den zwei Wirbelwinden. Habe mich echt nett unterhalten – und wir durften eingestiegen.

Im Flieger wieder erste Reihe, eine sehr sehr nette junge Frau sitzt mit uns in der Reihe und gibt uns ihren Fensterplatz. Es stellt sich beim Gespräch raus, dass sie nicht weit von uns entfernt wohnt, und Anästhesistin ist. Schon hatte wir natürlich ein Thema gefunden. Die Kids sind übrigens sofort eingeschlafen und haben fast den ganzen sechs Stunden Flug verpennt.

Wir landen in Bangkok, Ortszeit 12.10 Uhr, in Deutschland erst kurz nach 6.00 Uhr. Die Kids sind natürlich – wie ich – nicht ausgeschlafen. Passkontrolle alles klar, auf zum Gepäckband, unseren 16 kg Rucksack finden. Nach 20 Minuten warten werde ich wirklich unruhig, weil schon „last Bag“ geschrieben steht und auch keine neuen Koffer mehr raus plumpsen. Ein sehr netter Mitarbeiter fragt mich, was los sei und ich erkläre ihm, das wohl mein Rucksack weg ist. Zum Glück versteht er mich und führt mich weiter nach hinten, wo sie weiter Taschen und Reisekoffer auf dem Boden gelagert hatten – unsere war dabei.

Die nette Anästhesie-Kollegin teilt sich mit uns ein Taxi zum Hauptbahnhof. Mina ist sehr irritiert, warum es in dem Taxi keinen Reboarder gibt und sie sich einfach so anschnallen darf.

Am Bahnhof angekommen müssen wir „nur“ über bzw. unter der Straße zum Ticket abholen, welches ich bereits online gebucht hatte. Der Rucksack, in Kombi mit Arno und Mina an der Hand – unausgeschlafen und hungrig – ist schwerer als ich gedacht hatte. Das Ticket in der Hand, frische Anananas von der Straße und zurück zum Bahnhof. Nochmal warten, bis unser Zug fährt. Ich wollte einfach nur den Rucksack sicher abstellen und die Kids bespaßen. image Ich muss wirklich bestätigen, dass die Thais super lieb und Kinderfreundlich sind. Nur, warum müssen sie denn immer den Kindern ins Gesicht fassen? Ungefragt werde also beide gestreichelt und angefasst. Ich habe Mina erklärt, dass sie natürlich bei mir bleiben soll, Arno habe ich so gut es ging immer in der Trage gelassen. Mir ist das ehrlich gesagt etwas unangenehm.

Das Warten in der Bahnhofshalle war okay. Wir haben was zu essen gekauft. Mina hat mit vielen verschiedenen Kindern gespielt. Wir hatten nur unseren Warteplatz mehrmals gewechselt, weil ich mich von einer bestimmten Person beobachtet gefühlt hatte.

imageIch war also sehr sehr froh, endlich in diesen Zug zu steigen, was für uns wie ein Hotelzimmer war, denn wir hatten ein Bett. Es war zwar laut und dreckig, aber ein Bett. Der Zug fuhr noch nicht mal, da schlief Mina schon. Arno hingegen war noch wach. Ich hatte was gegessen, Reis, Gemüse, Suppe und Obst – muss schließlich immer noch Milch produzieren. Mein Körper ist auch langsam am Adrenalin abbauen, da ich die ganze Zeit hochkonzentriert die Kinder überwacht hatte.

Diese sind es nämlich in Deutschland gewohnt, dass ich sie springen lasse. So war es für Mina hart, ständig in meiner Nähe sein zu müssen und nicht ihren Bewegungsdrang wie üblich nach gehen zu können.

Vorhang zu, und hoffentlich schlafen, da es eine zwölfstündige Nachtfahrt wird.

0.30 Uhr und die Kids sind hellwach. In Deutschland ist es 18.30, also war es für die Kinder nur der Mittagsschlaf. Nach wirklich langen drei Stunden spielen, schimpfen und zum schlafen überreden schlafen wir alle noch einmal ein. Das stressigste war, dass ich nicht wollte, dass die Kids so laut waren und evtl. andere Gäste weckten. Ich hätte einfach Froh sein sollen, dass die zwei so toll auf engem Raum spielen und quatsch machen konnten.

Um 8.00 Uhr Ortszeit (Deutschland 2.00 Uhr) sind wir in Surathani. Unsere Zugnachbarn, ein älteres Pärchen aus England, scheinen Backpacker sein zu wollen, jedoch sehr britisch und nervös, ob der Anschlussbus noch erreicht wird, da wir 30 Minuten Verspätung hatten, helfen uns beim Aussteigen und wir laufen zusammen zum Bus.

Ab hier wird es wirklich nicht mehr spaßig. Arno wirkt ausgeschlafen, Mina hingegen musste ich wecken. Sie sagt mir schon nach 20 Minuten Bus fahren, dass sie  Bauchweh hat und ist ganz unruhig. Sie wälzt sich hin und her und spuckt plötzlich. Ich ziehe sie ganz schnell um und gib ihr Wasser, leider spuckt sie anschließend noch zweimal. So ein Sch….! Was habe ich mir nur dabei gedacht. Endlich hält der Bus, welcher auch wirklich schrecklich gefahren ist, zu schnell und zu abrupte Bremsungen, am Fährenhafen.

Beim Aussteigen kotzt sie nochmal auf den Boden und weint natürlich. Sie tut mir schrecklich leid, denn das wollte ich garantiert nicht. Auf die Fähre müssen wir noch kurz warten – wieder warten. Ich nutze die Zeit und kaufe Orangesaft, Grünen Tee (kalt) und eine Banane. Mina isst Banane, trinkt den Tee alleine aus und noch den halben O-Saft.

„Mama, mein Bauch tut nicht mehr weh und ich spuck jetzt auch nicht mehr!“

Was für eine tapfere Travellerin.

imageDie Fährenfahrt dauert nochmal 1,5 Stunden und wir haben alle keine Lust mehr. Ich möchte endlich duschen, nochmal Zähne putzen und was essen. Arno möchte frei krabbeln und Mina endlich baden.
Auf der Fähre hat uns ein Malaysischer Mann traditionelle Chips aus Fisch angeboten, ich lehnte ab, aber Mina musste natürlich probieren. ich wollte das nicht – schließlich hat sie vor einigen Minuten gespuckt, aber sie möchte unbedingt. Na gut, aber sie hat dann nur probiert und weg geschmissen. Wir bekommen übrigens ständig Snacks geschenkt, bzw. Mina. Am Bahnhof schon Kaubonbons, komische deftige Stangen, Orangensaft, sie teilte dafür unsere Nüsse.

Wir sind nun endlich auf KOH SAMUI. Ich habe keine Bock mehr auf Sammeltaxi, Bus oder ähnliches. Ich nehme das erst beste Taxi und wir lassen uns zum Bungalow fahren. Mina schläft keine fünf Minuten später im Auto ein. Angekommen gehen wir erstmal unseren kleinen aber feinen Bungalow mit Ventilator beziehen, endlich dem Papa bescheid geben, der schon länger nichts gehört hatte und uns aber via GPS überwacht hatte.

imageWarum ich diese Anreise als eine Schwangerschaft mit Geburt wahrgenommen habe? Weil es für mich die ähnlichen Emotionen waren. Zuerst die Vorfreude, die Entscheidung zur Reise stand, ich informierte mich und freute mich auf das Neue. Dann ging es los, ich wusste noch nicht genau wie es tatsächlich wird, wollte zwischendrin aufgeben, weil es zu anstrengend erschien, und dann am Ziel angekommen war ich froh und dankbar hier sein zu dürfen.

Nach dem ersten „richtigen“ Tag genießen wir nun die warme Sonne, das warme Wasser und natürlich das gute Essen. Obst, Kokosnuss, Currys und für Mina Pommes und Spaghetti 🙂 Die Kids habe heute nur gebuddelt, gebadet und gegessen – SO habe ich mir das vorgestellt.

Ich muss mir morgen nur noch einen Bikini besorgen, denn den habe ich zuhause vergessen 🙂

  1. Wahnsinn! Ich bewundere Dich, das Du alleine mit zwei kleinen Kindern so eine Anreise auf Dich genommen hast! Ich hoofe auch, dass mein Partner und ich mit dem ersten Kind 1-2 Monate nach Thailand und Indonesien gehen werden.
    Liebe Grüße
    Sabrina

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    1. Liebe Sabrina, es benötigt sehr viel Mut, habe ich mir sagen lassen. Jedoch habe ich die Entscheidung nicht bereut, ich würde es sofort und jederzeit wiederholen. Euch eine schöne Zeit Alles Liebe jasmin

  2. Sehr authentischer Bericht, in dem ich uns immer wieder auch entdeckt habe 🙂 So eine lange Reise hat einfach eine Menge Höhen und Tiefen…

    Wir freuen uns auf das Treffen mit Euch, bis dahin noch eine gute Zeit auf Samui!

    Antworten

    1. Freuen uns auch schon auf den Austausch und weiter Spielfreunde auf unsere Reise. Bis bald

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